Felix Krieger

Felix Krieger gilt als einer der vielseitigsten Dirigenten seiner Generation. Gleichermaßen erfahren in Konzert und Oper, mit historischer Aufführungspraxis ebenso vertraut wie mit zeitgenössischer Musik, stand er am Pult zahlreicher renommierter Klangkörper, darunter u.a. das BBC Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra, Deutsche Symphonieorchester Berlin, die Staatskapelle Berlin, die London Sinfonietta, das Münchener Rundfunkorchester, das Orchestre de l´Opéra national de Paris, Shanghai Symphony Orchestra, Stuttgarter Kammerorchester oder das Bach-Collegium Stuttgart/Gächinger Kantorei.

Geboren in Freiburg im Breisgau studierte er Dirigieren, Klavier und Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg sowie bei Carlo Maria Giulini an der Scuola di Musica di Fiesole in Italien.

Seine Karriere begann er als Assistent von Claudio Abbado bei den Berliner Philharmonikern, weitere wichtige künstlerische Impulse bekam er bei den Bayreuther Festspielen als Assistent von Daniele Gatti.

Nach ersten Theaterengagements u. a. an den Opernhäusern von Kassel und Bielefeld, wo er sich ein umfangreiches Repertoire aufbauen konnte, debütierte Felix Krieger in der Saison 2003/04 an der Staatsoper Unter den Linden und dirigierte hier seitdem zahlreiche Vorstellungen. Zuletzt leitete er an diesem Haus die Premieren von Viktor Ullmanns Der Kaiser von Atlantis (Regie: Mascha Pörzgen), von Marc Neikrugs Through roses (Regie: Neco Celik) und zuletzt in der Saison 2015/16 Stephen Olivers Mario und der Zauberer (Regie: Aniara Amos).

Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit dem Teatro Comunale di Bologna. Hier debütierte er 2013 mit der Uraufführung von Claudio Scannavinis La doppia notte-Tristan e Aida und dirigierte in den folgenden Spielzeiten die Premieren von Tschaikowskis Schwanensee (2014) sowie von Strawinskis Le Sacre du printemps (Choreographie: Virgilio Sieni) im Frühjahr 2015. Im Februar 2017 leitet er die Premiere von De Fallas El Amor Brujo, el fuego y la palabra ( Regie: Carlus Padrissa/La Fura dels Baus) am Teatro Comunale di Bologna.

In der Saison 2013/14 feierte er mit der Premiere von César Francks Psyché (Choreograhie: Alexei Ratmansky) sein Debüt an der Opéra National de Paris, an die er in der kommenden Saison 2017/18 zurückkehren wird.

Es folgten in der Saison 2014/15 weitere erfolgreiche Debüts am Teatro Verdi in Triest mit der Premiere von Mozarts Il re pastore (Regie: Elisabetta Brusa) sowie am Teatro Carlo Felice mit dem Neujahrskonzert 2015 und der Premiere von Lehárs Die lustige Witwe (Regie: Augusto Fornari). Am Theater Lübeck gastierte er in der Saison 2015/16 und leitete die Premiere von Mozarts Cosi fan tutte (Regie: Sandra Leupold)

Weitere Dirigate führten ihn darüber hinaus an die Cape Town Opera, an die Deutsche Oper Berlin, an das Opernhaus Oslo, an die Württembergische Staatsoper Stuttgart, zur Gulbenkian Foundation Lissabon, sowie zur Chelsea Opera Group nach London.

Unter Schirmherrschaft des Goethe-Instituts São Paulo leitete Felix Krieger 2011-2012 das Projeto Musica Orquestral Alemã und präsentierte im Großraum São Paulo in zahlreichen Konzerten Hauptwerke deutscher Orchestermusik von der Barockzeit über die Klassik und Romantik bis ins 20. Jahrhundert. Bei der Camerata Aberta in São Paulo dirigierte er seit 2011 zahlreiche südamerikanische Erstaufführungen bedeutender zeitgenössischer Komponisten, u.a. Werke von Hans Werner Henze, Mauricio Kagel, Wolfgang Rihm oder Matthias Pintscher.

Seine besondere Leidenschaft gilt der Wiederbelebung selten zu hörender italienischer Opern: Felix Krieger ist Gründer und Künstlerischer Leiter der Berliner Operngruppe.

Die Berliner Operngruppe zählt als Ausgewählter Ort 2012 zu den Preisträgern 2012 des Wettbewerbs 365 Orte im Land der Ideen. Seit 2010 erschafft er mit ihr Belcanto-Aufführungen, die in Berlin ihresgleichen suchen (Der Tagesspiegel). Er brachte Verdis Oberto, Conte di San Bonifacio und Donizettis Maria di Rohan in Berlin erstmals zur Aufführung, außerdem feierte er große Erfolge mit Bellinis Beatrice di Tenda, Verdis Atilla, Verdis I Masnadieri sowie mit der deutschen Erstaufführung der zweiaktigen Fassung von Donizettis Betly und zuletzt im Februar 2017 mit der Berliner Erstaufführung von Verdis Stiffelio und zuletzt im März 2018 Verdis Giovanna d'Arco. Die Aufführungen der Berliner Operngruppe finden in semiszenischer Form im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin statt.

Felix Krieger ist Initiator der Al-Farabi-Musikakademie in Berlin, deren künstlerische Leitung er gemeinsam mit dem Pianisten Saleem Ashkar innehat. Die Musikakademie wird getragen von der Deutschen Kinder-und Jugendstiftung DKJS und startete im Herbst 2016.

Für Sony classical nahm er kürzlich Werke des spanischen Komponisten Benet Casablancas (*1956) auf. Die CD wird im Januar 2018 erscheinen.

Zu den kommenden Engagements zählen u.a. seine Rückkehr an die Opéra National de Paris mit einem Ballettabend im Palais Garnier mit Werken von Dvorak, Chopin und Ravel, die Eröffnungspremiere auf dem 16th International Daegu Opera Festival mit Verdis Don Carlo, Verdis Stiffelio am Opernhaus Bellas Artes in Mexiko-City sowie Mozarts Zauberflöte an der Semperoper in Dresden.

Felix Krieger lebt mit seiner Familie in Berlin.